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| | „Ein sozialer Kraftakt endet fast immer zugunsten der Demonstranten, denn sie verkörpern den Lärm, die Bilder, die sichtbare Zahl, die Farbe und das Leben gegenüber dem grauen Schweigen der Berater und Kurtisanen.“
Dominique de Villepin: Le cri de la gargouille (Der Schrei des Wasserspeiers) - Essay - Paris, 2002 |
Rücktritt der Regierung, vorzeitiger Rückzug des Präsidenten oder vorgezogene Parlamentswahlen? Es scheint alles möglich in diesen Märztagen 2006, in denen sich der Winter mit einem brausenden Herbstgewitter aus Frankreich verabschiedet. Der zunächst harmlos gestartete Protest von Studenten gegen die Einführung eines neuen Arbeitsvertrages für junge Berufsanfänger hat binnen Monatsfrist das Land an den Rand des Abgrunds geführt. Blockierte Universitäten, brennende Autos, prügelnde Randalierer und eine martialisch aufgerüstete Polizei - das sind die Bilder, die Journalisten in diesen Wochen in die Wohnstuben der Franzosen und ins Ausland transportieren. Und weit und breit kein Feuerlöscher in Sicht, weil alle Beteiligten hoch gepokert haben: die Gewerkschaften, die Studenten und natürlich auch der Premierminister, der den eisernen Kanzler mimt und dem Protest der Straße nicht nachgeben will.
Es gibt viele Interessen in diesem Spiel: da sind die Studenten, die um ihre Zukunft fürchten, da sind die eigentlich schwachen Gewerkschaften, die sich mit einem kämpferischen Streik auf der politischen Bühne zurückmelden, da ist Premierminister Dominique de Villepin, der für die Präsidentschaftskandidatur 2007 schon einmal die Kür vorlegen möchte, da ist sein Rivale im Regierungslager, Innenminister Nicolas Sarkozy, der sich aus dem gleichen Grund lieber heute als morgen aus dem Staub machen möchte und last but not least der Präsident, der nach einem "annus horribilis" die letzten Monate seiner Präsidentschaft noch irgendwie überstehen muss.
Es gibt viele Interessen also, aber nur eine Grundmelodie. Es ist das 'Non', das 'Nein', das Studenten auf ihre Transparente geschrieben haben, das die Vorstadtjugendlichen gegen die Staatsmacht aufbegehren lässt, das die Intellektuellen im Munde führen und das die EU-Verfassungsgegner zur Perfektion getrieben haben. Das 'Non', das das Ausland nicht versteht und die Regierung fürchtet wie der Teufel das Weihwasser. Doch woher kommt dieses 'Non', das sich mit der 'Précarité', der Unsicherheit, und der 'Peur', der Angst, verbündet hat? Frankreich - eine Winterreise ist die Suche nach dem 'Nein', der Unsicherheit und der Angst von West bis Ost, von Paris bis Straßburg. In Bild, Ton und Text.
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| { 1. Station } Paris |
| { 2. Station } Colombey-les-deux-Eglises |
| { 3. Station } Domrémy-la-Pucelle |
| { 4. Station } Verdun |
{ 5. Station } Straßburg
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