Paris, 25.07.2006 Die Hitzewelle hat ganz Europa fest im Griff - in Frankreich melden mittlerweile knapp die Hälfte aller Départements Hitze-Alarmstufe Orange. Nach Schätzungen der Behörden sind durch die Gluthitze bereits mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen.
Betroffen sind nach Angaben des Forschungsinstituts für Seniorengesundheit vor allem Senioren und kranke Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr. Nach den Erfahrungen mit der Bruthitze im Sommer 2003, die nach Berechnungen von Medizinern rund 15.000 Menschenleben gekostet hat, setzen die Behörden nun auf eine verstärkte Betreuung der gefährdeten Personen. Vor allem alleinstehende alte Menschen erhalten von den Gesundheitsbehörden regelmäßige Kontrollanrufe. Auch die Krankenhäuser sind auf die Versorgung von Hitzeopfern nun besser vorbereitet.
Extremtemperaturen werden im ganzen Land gemessen. Besonders betroffen: der Südosten des Landes wo Mensch und Tier unter Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius leiden. Gesundheitsminister Xavier Bertrand rief Medizinstudenten und Ärzte im Ruhestand auf, sich freiwillig für Notdienste zur Verfügung zu stellen.
Auswirkungen hat die lang anhaltende Hitze auch für die Natur. Umweltschützer kritisierten bereits Ausnahmeregelungen für Atomkraftwerke, die ihre wärmeren Abwäser weiter in die Flüsse leiten dürfen. Damit sinkt in den Flüssen der Sauerstoffgehalt noch weiter. Die Umweltorganisation "Agir pour l'environnement" sprach von einer katastrophalen Entscheidung der Behörden und fürchtet in den betroffenen Flüssen massenhaftes Fischsterben. Die Ausnahmegenehmigung für die Atommeiler gilt vorerst bis Ende September und soll angesichts des erhöhten Strombedarfs die Versorgung der Bevölkerung garantieren. Der Stromexporteur Frankreich muss durch den stark gestiegenen Stromverbrauch durch Klima- und Kühlgeräten in diesen Tagen Strom aus dem Ausland beziehen.
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