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Entschuldigung, aber kein Bedauern: Zidane äußert sich zum WM-Kopfstoß
 
Paris, 12.07.2006 – Drei Tage nach seinem Kopfstoß gegen den italienischen Verteidiger Marco Materazzi hat sich Zinedine Zidane erstmals zum WM-Finale in Berlin geäußert. Im Bezahlsender "Canal Plus" entschuldigte sich Zidane bei den Zuschauern für sein Verhalten, zu dem er sich nach mehreren Beleidigungen seines Gegenspielers habe hinreißen lassen.

Wie bereits von professionellen Lippenlesern vermutet, habe sich Materazzi beleidigend über seine Mutter und Schwester geäußert, erklärte der 34 Jahre alte Fußballstar in dem Tv-Interview. Für sein Verhalten bat Zidane um Verzeihung bei allen Kindern, die das gesehen hätten. "Dafür gibt es keine Entschuldigung. Ich muss es laut und deutlich sagen, weil es von zwei bis drei Milliarden Fernsehzuschauern und Abermillionen Kindern gesehen wurde."

Zum genauen Wortlaut der zuvor von Materazzi grundsätzlich bestätigten verbalen Beleidigung, äußerte sich Frankreichs Fußballstar nicht. Auch bedauern wollte Zidane seine Handlung vom WM-Finale am Sonntag nicht. "Das würde bedeuten, dass er Recht hatte, es zu sagen. Ich kann es nicht, ich kann es nicht sagen. Nein, er hat kein Recht das zu sagen, was er sagt."

Die Mehrheit der Franzosen hat nach jüngsten Meinungsumfragen ihrem Idol den Blackout bei seinem letzten Fußballspiel seiner Karriere bereits verziehen. Schon am Tag nach dem WM-Finale bereiteten tausende Fans in Paris der französischen Fußball-Nationalmannschaft einen begeisterten Empfang, bei dem Kapitän Zidane am lautesten bejubelt wurde. Auch Präsident Chirac würdigte den Ausnahmefußballer beim Empfang der Mannschaft am Montag im Elysée. Zidane habe in seiner Karriere die besten Werte des Sports verkörpert, so der Präsident.

Trotz des Zuspruchs für Zidane in Frankreich droht dem Fußballer im Ruhestand noch ein Nachspiel. FIFA-Chef Joseph S. Blatter kündigte an, die Hintergründe für den Platzverweis im Finale gegen Italien von der Fifa-Disziplinarkommission untersuchen lassen zu wollen. Am Ende des Verfahrens droht Zidane die Aberkennung des "Goldenen Balles" die er als bester Spieler der WM in Deutschland als Auszeichnung zugesprochen bekam.